Jean-Baptiste Carpeaux

(Paris 1827 - 1875)

Biography

Jean-Baptiste Carpeaux

Jean-Baptiste Carpeaux (1827–1875) war ein in Valenciennes geborener französischer Bildhauer, dessen Werk der Kunst des Zweiten Kaiserreichs dramatische Bewegung und psychologische Intensität verlieh. Er absolvierte seine Ausbildung an der École des Beaux-Arts und gewann 1854 den Prix de Rome. Anschließend studierte er in Italien, wo Michelangelo und die Skulpturen der Renaissance sein Gespür für Anatomie und Emotionen tief prägten. Seine Skulpturengruppe „Ugolino und seine Söhne“ offenbarte seine Vorliebe für tragische Spannung, verzerrte Körper und ausdrucksstarke Gesichter.

Später knüpfte Carpeaux enge Verbindungen zum Kreis um Napoleon III. und schuf lebendige Porträtbüsten sowie bedeutende öffentliche Auftragsarbeiten. Sein berühmtestes Werk, „La Danse“ für die Fassade der Pariser Oper, schockierte die Betrachter durch seine sinnliche Energie und seinen Naturalismus. Er wirkte zudem am Brunnen „Die vier Teile der Welt“ mit. Ob in Marmor, Bronze oder in der architektonischen Skulptur – Carpeaux verband akademisches Können mit unermüdlicher Vitalität, wodurch seine Figuren ungewöhnlich lebendig, theatralisch und modern wirken.