Der Kaiserprinz und sein Hund Nero

Ref: 2173

Der Kaiserprinz und sein Hund Nero

Jean-Baptiste Carpeaux

Ref: 2173

Der Kaiserprinz und sein Hund Nero

Jean-Baptiste Carpeaux

Patinierte Bronze
71 x 25 x 27 cm
Auf der rechten Seite der Plinthe signiert: JBTE CARPEAUX TUILERIES 1865
Exhibition: Musée d’Orsay, Frankreich, Marmorausführung
Literatur: 
De l’Usage de l’art en politique, Presses univeritaires, Blaise Pascal,p. 122
Michel Poletti et Alain Richarme, Jean-Baptiste Carpeaux sculpteur, catalogue raisonné de l’œuvre édité, Paris, 200, S. 113 – 116 Abb.
Beschreibung: Jean-Baptiste Carpeaux (Paris 1827 - 1875)
Entwurf um 1865
Guss: frühes 20. Jahrhundert
auf der rechten Seite der Plinthe signiert: JBTE CARPEAUX TUILERIES 1865
Signatur unter der Hunderute: F crowned
auf der Rückseite der Plinthe Stempelung einer Krone
betitelt auf der Vorderseite der Plinthe: S. A. LE PRINCE IMPERIAL
patinierte Bronze
Der einzige Sohn von Kaiser Napoleon III. und Kaiserin Eugenie von Montijo ist in Begleitung des Hundes des Kaisers dargestellt.
Der Bildhauer Jean-Baptiste Carpeaux kennt den achtjährigen Prinzen sehr gut, er gibt ihm Zeichenunterricht. Er lässt ihn abwechselnd mit einem anderen Jungen Modell stehen, dessen Anzug dem Bildhauer als Vorlage dient. Er verleiht dem Erben des Kaiserreichs das natürliche Aussehen eines Kindes aus besseren Kreisen jener Zeit, jedoch ohne jegliche kaiserliche Attribute oder offizielle Kleidung. Das Bildnis bringt die Bedeutung zum Ausdruck, der dem Kind innerhalb der Familie nun zukommt. Das Porträt des Prinzen findet großen Anklang und wird in verschiedenen Größen, in Bronze, Gips, Ton und Biskuit angefertigt. Selbst nach dem Untergang des Kaiserreichs und dem tragischen Tod des kaiserlichen Prinzen, der 1879 in Südafrika von den Zulu getötet wird, verkauft die Manufaktur von Sèvres weiterhin sein Porträt unter dem Titel Kind mit Hund.

Jean-Baptiste Carpeaux

Jean-Baptiste Carpeaux
Jean-Baptiste Carpeaux (1827–1875) war ein in Valenciennes geborener französischer Bildhauer, dessen Werk der Kunst des Zweiten Kaiserreichs dramatische Bewegung und psychologische Intensität verlieh. Er absolvierte seine Ausbildung an der École des Beaux-Arts und gewann 1854 den Prix de Rome. Anschließend studierte er in Italien, wo Michelangelo und die Skulpturen der Renaissance sein Gespür für Anatomie und Emotionen tief prägten. Seine Skulpturengruppe „Ugolino und seine Söhne“ offenbarte seine Vorliebe für tragische Spannung, verzerrte Körper und ausdrucksstarke Gesichter.

Später knüpfte Carpeaux enge Verbindungen zum Kreis um Napoleon III. und schuf lebendige Porträtbüsten sowie bedeutende öffentliche Auftragsarbeiten. Sein berühmtestes Werk, „La Danse“ für die Fassade der Pariser Oper, schockierte die Betrachter durch seine sinnliche Energie und seinen Naturalismus. Er wirkte zudem am Brunnen „Die vier Teile der Welt“ mit. Ob in Marmor, Bronze oder in der architektonischen Skulptur – Carpeaux verband akademisches Können mit unermüdlicher Vitalität, wodurch seine Figuren ungewöhnlich lebendig, theatralisch und modern wirken.

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