Literatur: E. Bénézit, Dictionnaire des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs et Graveurs, Gründ 1952, Bd. 5, S. 126 Walther Bernt, Die niederländischen Maler und Zeichner des 17. Jh., München 1980, Bd. 2 S.18, Abb. 630, 631 J. de Maere & M. Wabbes, Illusttrated Dictionary of 17 th Century Flemish Painters, Brüssel 1994, S. 231, Abb. 605, 650 - 653 Alfred von Wurzbach, Niederländisches Künstler-Lexikon, Amsterdam 1974, Bd. 1, S. 750 Julia M. Nauhaus, Die Gemäldesammlung des Städtischen Museums Braunschweig, Olms Verlag, 2009, S. 207, Abb. 537
Beschreibung: Hieronymus Janssens war ein flämischer Genremaler, der mit Vorliebe vornehme Gesellschaften bei Spiel, musikalischer Unterhaltung und vor allem beim Tanz darstellte, weshalb er den Namen „der Tänzer“ erhielt. Er wurde 1637 Schüler des Christoffel van der Lamen, den er in seinen Kompositionen an Prunkhaftigkeit und geschicktem Arrangement vieler Figuren übertraf. 1644 wurde er Meister der Antwerpener St. Lukas Gilde. Den szenischen Hintergrund seiner Kompositionen bilden neben Terrassen meist prächtige Säle mit fliesenbelegtem Boden und Steinkaminen. Diese Kompositionen verdanken die ihnen zugrundeliegende Eleganz zum größten Teil der gelungenen Kombination von delikater Zeichenkunst und weicher silbriger bis gelblicher Tongebung. Janssens malte mit Vorliebe die glänzenden Festivitäten am Hofe des Prinzen Don Juan d’Austria, für den er verschiedene Aufträge ausführte. Ferner malte Janssens häufig Staffagefiguren für die Architekturkompositionen von W. van Ehrenberg, J. Ghernix, P. Neeffs, J.F.Saeys und B. van Bassen.
Vertreten in den Sammlungen und Museen von Antwerpen, Brüssel, Dünkirchen, Gothenburg, Lille, Montargis, Paris, Prag, Schleißheim und Braunschweig.
Eine unserem Gemälde sehr ähnliche signierte Variante befindet sich im Museum Braunschweig.
Ein Gemälde in vergleichbarer Komposition befindet sich auf Schloss Oranienburg in Dessau.
Hieronymus Janssens
Hieronymus Janssens (1624–1693), auch bekannt als Jeroom Janssens und mit dem Spitznamen „Den danser“ oder „Der Tänzer“, war ein flämischer Genremaler, der in Antwerpen tätig war. Er wurde bei Christoffel Jacobsz van der Laemen ausgebildet und wurde 1643–44 Meister der Antwerpener Lukasgilde. Janssens spezialisierte sich auf elegante Gesellschaften, die tanzen, musizieren, sich unterhalten oder höfischen Freizeitvergnügungen nachgehen, oft in fantasievoll gestalteten Innenräumen, auf Terrassen, in Gärten oder vor palastartiger Architektur. Seine Gemälde prägten das „Conversation Piece“ in den Niederlanden und verwandelten gesellschaftliches Treiben, Kostüme, Gestik und Etikette in ein raffiniertes visuelles Theater. Über Tanzsaalszenen hinaus malte er auch architektonische Ansichten realer oder imaginärer Paläste, Kirchen, Tempel und Gemäldegalerien und trug damit zur Faszination Antwerpens für Ausstellungs- und Sammelräume bei. Seine Werke verbinden erzählerischen Charme, präzise Inszenierung und anmutige Bewegung und bieten einen ausgefeilten Einblick in die flämische Geselligkeit und Elitekultur des 17. Jahrhunderts.