Emy Roeder

(Würzburg 1890 - Mainz 1971)

Biography

Emy Roeder

Emy Roeder (1890–1971) war eine deutsche Bildhauerin und Grafikerin, deren Werk der modernen figurativen Bildhauerei eine zutiefst menschliche, introspektive Kraft verlieh. Geboren in Würzburg, studierte sie zunächst in München, anschließend in Darmstadt bei Bernhard Hoetger, bevor sie sich der Berliner Avantgarde anschloss, wo sie Künstlerinnen und Künstler wie Käthe Kollwitz, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff kennenlernte. Im Mittelpunkt ihrer Bildhauerei standen Frauen, Mütter, Kinder, Tiere und verletzliche menschliche Figuren, die oft auf kompakte Volumen, ruhige Gesten und ausdrucksstarke innere Spannung reduziert waren. 1937 wurde ihre „Schwangere“ von den Nazis beschlagnahmt und in der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt, während ihre Karriere durch Exil, Krieg und Internierung in Italien unterbrochen wurde. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1949 lehrte Roeder, stellte vielfach aus und nahm 1955 an der ersten documenta teil. Ihre Bronzeskulpturen, Zeichnungen und Terrakotten bewahren eine Sprache der Würde, der Ausdauer und des mitfühlenden Modernismus.