Biography

Meiffren Conte

Meiffren Conte, oder Comte (ca. 1630–ca. 1705), war ein in Marseille geborener französischer Stilllebenmaler, dessen Bilder Luxusgegenstände in Meisterwerke der Beobachtungskunst verwandeln. In Rom ausgebildet und von Francesco Noletti beeinflusst, spezialisierte er sich auf Kompositionen aus vergoldeten Silbergefäßen, Teppichen, Rüstungen, Muscheln, Schwertern, Obst und poliertem Metall. Seine Gemälde sind keine bloßen Zurschaustellungen von Reichtum, sondern halten seltene Objekte mit außergewöhnlicher materieller Wahrhaftigkeit fest: Glänzende Oberflächen, gravierte Ornamente, Reflexionen, Falten und scharfe Kanten werden sorgfältig vor einem dunklen barocken Hintergrund inszeniert. Sein „Stillleben mit Silber- und Goldgeschirr, Muscheln und einem Schwert“, das sich heute im Metropolitan Museum of Art befindet, zeigt seine Faszination für kostbare Handwerkskunst und optische Brillanz. Conte arbeitete zwischen Rom, Paris, Aix-en-Provence und Marseille und entwickelte eine französische Sprache des Stilllebens, die zugleich aristokratisch und analytisch war. Heute wird er dafür geschätzt, dass er die visuelle Erinnerung an zerbrechliche Luxusobjekte bewahrt hat, von denen viele später durch Krieg, Einschmelzung und politische Umwälzungen verschwanden.