MESSE „MÜNCHEN HIGHLIGHTS“ 2026: EIN DIALOG ZWISCHEN VERGANGENHEIT UND GEGENWART

Home /
MESSE „MÜNCHEN HIGHLIGHTS“ 2026: EIN DIALOG ZWISCHEN VERGANG...

MESSE „MÜNCHEN HIGHLIGHTS“ 2026: EIN DIALOG ZWISCHEN VERGANGENHEIT UND GEGENWART

Für die „Munich Highlights 2026“ präsentiert Ralph Gierhards Antiques & Fine Art eine Auswahl, die von jenem Prinzip geprägt ist, das der Messe ihren ganz besonderen Charakter verleiht: Sorgfalt. Im historischen Ambiente der Münchner Residenz haben sich die „Munich Highlights“ als eine Boutique-Messe für Sammler, Kenner und Kunstexperten etabliert, die Qualität über Quantität stellen. Ihre Stärke liegt in der sorgfältigen Auswahl der Objekte, der persönlichen Expertise der Aussteller sowie der Möglichkeit, Kunstwerke in einer Atmosphäre zu begegnen, die gleichermaßen intim und außergewöhnlich wirkt.

Dieser Ansatz entspricht zutiefst der Philosophie von Ralph Gierhards. Die Düsseldorfer Galerie hat ein feines und persönliches Gespür für bedeutende Kunstwerke, Möbel und dekorative Objekte vom 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert entwickelt. Anstatt Kunst lediglich als Abfolge von Kategorien zu präsentieren, sucht die Galerie nach Objekten, die Präsenz, handwerkliche Meisterschaft, eine nachvollziehbare Provenienz und emotionale Resonanz in sich tragen. Jedes Stück wird aufgrund der unzweifelhaften Klarheit seiner Qualität sowie aufgrund des Dialogs ausgewählt, den es mit Werken aus anderen Epochen und Disziplinen eingehen kann.
 
Auf der diesjährigen Messe beginnt dieser Dialog mit der Tierplastik. Ralph Gierhards präsentiert eine Auswahl an Werken von Renée Sintenis, August Gaul und anderen international renommierten Tierbildhauern des frühen bis mittleren 20. Jahrhunderts. Diese Bronzen sprechen mit einer stillen Intensität. Sintenis’ Antilope – 1954 entworfen – fängt die Eleganz und Verletzlichkeit des Tieres in einer Geste der inneren Einkehr ein. Gauls „Eilender Bär auf vier Beinen“ aus dem Jahr 1914 offenbart mit seiner detailgenauen Charakterstudie eine ganz andere Art von Lebendigkeit. Gemeinsam zeigen diese Werke auf, wie die Tierplastik zu einem der sensibelsten Ausdrucksfelder der modernen Kunst avancierte.
 
Renée Sintenis (1888 - 1965), “Antilope, sich den rechten Fuß leckend, Entwurf 1954
 
Ein zweiter Schwerpunkt der Präsentation liegt auf einem der profiliertesten Spezialgebiete der Galerie: den europäischen Golddosen des 18. Jahrhunderts. Diese Objekte erfordern eine ganz besondere Art der Kennerschaft – eine Expertise, die wir bei der Galerie Ralph Gierhards mit Stolz pflegen. Ihr Wert bemisst sich nicht allein am kostbaren Material, sondern ebenso an den Proportionen, der Emailmalerei, der Konstruktion, den Punzen, der Zuschreibung sowie am Erhaltungszustand der Oberflächen, die einst dafür geschaffen wurden, ganz nah in der Hand gehalten zu werden. Zu den Höhepunkten zählt eine seltene, blau emaillierte und guillochierte ovale Golddose aus Hanau, deren transluzides, nachtblaues Email und deren fein gearbeitete Zierstruktur die Raffinesse der Goldschmiedekunst des 18. Jahrhunderts eindrucksvoll belegen. Für Ralph Gierhards sind solche Stücke weit mehr als bloße Luxusobjekte; sie sind vielmehr architektonische Miniaturen, die von Geschmack, technischem Können und Kulturgeschichte zeugen.
 
Flankiert werden diese Objekte von Mikromosaiken aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die das Thema der filigranen Präzision aufgreifen. Ähnlich wie die Golddosen erschließen sie ihre Schönheit erst dem aufmerksamen, verweilenden Blick. Ihre Faszination liegt im Spannungsverhältnis zwischen winzigem Format und künstlerischem Anspruch – winzige Fragmente fügen sich hier zu Bildwelten von bemerkenswerter Tiefe, Farbkraft und Beständigkeit zusammen. Im Rahmen der „Munich Highlights“ bilden sie ein kongeniales Pendant zu den Golddosen der Galerie und beweisen eindrucksvoll, welch außergewöhnliches künstlerisches Potential selbst in Werken kleinsten Formats verborgen liegen kann.

Werkstatt Giacomo Raffaelli (1753 - 1836), Bonboniere mit römischem Mikromosaik, ca. 1800
 
Die Ausstellung wird zudem durch französische und deutsche Gemälde des 19. Jahrhunderts sowie ausgewählte Werke Alter Meister bereichert. Diese Gemälde erweitern das Spektrum, ohne dessen inhaltliche Dichte zu verwässern. Sie verleihen der Schau historische Tiefe und eine malerische Atmosphäre, wodurch Skulptur, Kunstgewerbe und Design nicht als isolierte Disziplinen, sondern als integraler Bestandteil einer lebendigen Sammelkultur wahrgenommen werden können.
 
Johann J. Frey (1813 - 1865), “Abendlicher Blick von Massa Lubrense zur Insel Capri”, 1860
 
Elemente des Art déco und des modernen Designs vervollständigen das Bild eines kultivierten, mit Bedacht gestalteten Interieurs. Ein Paar mit Schafsfell bezogener Sessel des dänischen Designers Erling Torvits (um 1950) verströmt skandinavische Wärme und modernen Sitzkomfort, während ein Lammfellsessel von Mogens Lassen eine weitere Nuance skulpturaler Weichheit in den Raum bringt. In unmittelbarer Nähe tritt eine frühe Scagliola-Tafel – neu interpretiert als Tisch auf einem modernen Untergestell – in einen spannungsreichen Dialog zwischen historischem Handwerk und zeitgenössischer Präsentation. Ihre dekorative Oberfläche und ihre architektonische Präsenz verkörpern genau jene Art der Transformation, die ein durchdachtes Sammeln erst ermöglicht.

Italienische Scagliolaplatte auf einem modernen Gestell, ca. 1750

Ralph Gierhards’ Teilnahme an den „Munich Highlights 2026“ ist somit weit mehr als bloß eine Präsentation einzelner Kunstwerke; sie ist vielmehr ein Plädoyer für die Kunst der Auswahl an sich. Auf einer Messe, die sich der Exzellenz, der Authentizität und der persönlichen Begegnung verschrieben hat, präsentiert die Galerie eine Ausstellung, die von langjähriger Expertise, geschmacklicher Souveränität und der festen Überzeugung geprägt ist: Die erlesensten Objekte schmücken einen Raum nicht nur – sie definieren ihn.