Ref: 2673
Price : 7,400 €
Daktyliothek
Giovanni Liberotti
Ref: 2673
Price : 7,400 €
Daktyliothek
Giovanni Liberotti
Valentin Kockel, Daniel Graepler (Hrsg.): Daktyliotheken. Götter & Caesaren aus der Schublade. Antike Gemmen in Abdrucksammlungen des 18. und 19. Jahrhunderts. Biering & Brinkmann, München 2006
Die einzelnen Cameos auf farbigem Seidenstoff fixiert. Der Steckkasten eingebunden in feinem schwarzen Glattleder, mit der Beschriftung „Liberotti Impronte Daktyliothek“ versehen.
Eine Daktyliothek (griech.: daktyliothekē, Ringbehälter, Ringkästchen) war ursprünglich eine Sammlung antiker (Siegel)ringe. Später wurde der Begriff hauptsächlich für eine Sammlung von Abdrücken geschnittener Schmuck- oder Edelsteine (Gemmen oder Kameen) verwendet, wobei die Sammlung auch Originale enthalten kann. Im 18. Jahrhundert erfreuten sich Nachbildungen und Abdrücke in Gips, Siegellack, Schwefel oder Wachs von glyptischen – also von durch die plastische Bearbeitung von Schmucksteinen und Edelsteinen, Bergkristall und ähnlichen Steinsorten mit Hilfe von Schneid- und Schleifgeräten hergestellten – Produkten zunehmender Beliebtheit. Sie waren preiswerter als die Originale mit ihrem höheren Materialwert, die außerdem aufgrund ihrer Seltenheit einen hohen Sammlerwert besaßen. Diese Nachbildungen wurden vor allem wegen ihres Aussagewerts über die Kunst und Kultur der jeweiligen Epoche beachtet. Der Besitz einer Sammlung von Originalen bzw. Nachbildungen von Werken der Glyptik war in der aufgeklärten bürgerlichen Welt der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und zu Beginn des 19. Jahrhunderts gewissermaßen ein Zeugnis für die Zugehörigkeit zur gebildeten gesellschaftlichen Schicht.
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